Von der Skizze zur fertigen Seite mit Nic Klein

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01 Layout:
Man sieht in einigen Fällen, wie ich vom Skript ein bisschen abweiche. Auf der nächsten Seite zum Beispiel schwebt ein zerbrochenes Glas in der Luft, und obwohl es an sich verständlich ist, dachte ich mir, dass es gut wäre, das schwebende Glas einzuführen, bevor es zerbricht.

 

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02 Bleistiftzeichnung:

In diesem Stadium verfeinere ich die Layouts, arbeite die Figuren aus, korrigiere noch mal die Gesichtsausdrücke usw.

Ich geh da recht locker ran, weil ich es selber tusche.

Manchmal deute ich Sachen nur an, weil ich weiß, dass ich sie noch mal mit Tusche zeichnen werde und die Bleistiftzeichnung nicht ganz ausarbeiten muss (wie die Hände im ersten Panel). Ich liebe gestenreiche Cartoonisten wie Cyril Pedrosa oder Christophe Blain, die einen sehr lockeren Stil haben. Ich fühle mich immer so, als ob ich zu viel zeichne, was zu Steifheit führt. Wenn ich also ein bisschen Lockerheit in diesem Stadium einbauen kann, dann überträgt sich diese vielleicht in die Tuschezeichnung. Das hoffe ich zumindest.

 

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03 Tusche:
Da die Formgebung in DRIFTER hauptsächlich durch die Farbe erfolgt, wird das Tuschen auf die Linien beschränkt, ohne Schwarzflächen usw. Digitales Tuschen hat meine Linien um einiges aufgelockert, ich weiß nicht, ob es die Tatsache ist, dass keine Linie permanent ist (Man kann immer mit weißer Farbe nachkorrigieren, wenn man auf Papier arbeitet, aber das ist viel aufwendiger als Strg+Z zu drücken, wenn mir eine Linie nicht gefällt) oder der Arm mehr Bewegungsfreiheit hat, wenn man am Tablet arbeitet … Was auch immer der Grund sein mag, ich bin bis jetzt mit den Resultaten zufrieden.

 

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04 Color Flats:

Ich trenne die Figuren vom Hintergrund, damit ich sie auswählen und innerhalb des Bereiches bleiben kann, sodass die Farben nicht in den Hintergrund überlaufen.

 

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05 Hintergrundfarben:

Ich fange normalerweise mit den Farben im Hintergrund an, weil der Hintergrund den Rest der Szene vorbereitet. Auf dieser Seite war es recht einfach, manchmal ist es komplizierter. In einer Szene, in der die Figuren wichtiger sind als das Setting (ähnlich wie die Figuren ist auch der Hintergrund ein Darsteller), tendiere ich dazu, zuerst die Stimmung festzulegen, die Atmosphäre zu unterstreichen und nicht zu untergraben. In anderen Fällen wird der Hintergrund hervorgehoben, je nachdem, was in der Szene passiert.

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06 Farben der Figuren:

Eigentlich fange ich „nur“ damit an, das auszuarbeiten, was die jeweilige Beleuchtungsquelle in der Umgebung hergibt (die Sonnen zum Beispiel) oder in diesem Fall, wo die Beleuchtung ein bisschen von der Umgebung selbst kommt, indem ich einfach Volumen hinzufüge.

 

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07 Finales Tuschen:

Im letzten Stadium spiele ich noch mal an der Farbe rum, entsättige, justiere noch mal die Ebenen und verschiebe Sachen in den Hintergrund oder Vordergrund, indem ich sie verdunkle usw. Ein Beispiel ist Abrams Hand im letzten Panel. Sie musste subtiler sein. Sie ist kein wichtiger Teil dessen, was in dem Panel geschieht, mal abgesehen davon, dass sie ein Rahmenelement und Indiz dafür ist, wo Pollux ist, und die Figur verdeckt, zu der der mechanische Arm gehört.

Indem ich sie verdunkle, verschiebe ich den Fokus auf den Priester.

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